
| Status: | Heiliger (Märtyrer) |
| Gedenktag: | 03. Oktober |
| Patronat: | Patron der Flüchtlinge und Boat-People, der Migranten und Gastarbeiter, der Sklaven, der Piraten und Schmuggler und diverser Grenzstädte wie z. B. Mitovica und Tijuana |
| Attribute: | NATO-Stacheldraht, übergroße Plastikbrille, Ausweis, Fußballtrikot, Pilgermuschel, Wurfanker, Floss |
| Redensart: | „Sankt Cargo, schütze mich mit Deiner Hand, auf der Reise ins gelobte Land!“ |
ankt Cargo ist der Globalisierungs-Heilige und Patron der Flüchtlinge und Boat-People, der Migranten und Exilanten, der Gastarbeiter, der blinden Passagiere, aber auch der Piraten, Schmuggler und Schleuser und der Zöllner und Grenzbeamten. Er gilt als Überwinder von Mauern und Gräben und wird in Entwicklungsländern und an geteilten oder grenznahen Orten weltweit verehrt. Hervorgehoben unter zahlreichen Beispielen seien hier: Ceuta und Mellila (Spanien/Nordmarokko), Lampedusa (Italien), Nikosia (Zypern), Kosovska Mitrovica (Kosovo), Tijuana (Mexiko), Rafah (Gazastreifen) und das ehemals geteilte Berlin.
Ein Großteil seiner Anhänger sind Menschen, die von Grenzen ein- oder ausgeschlossen sind. Desweiteren rufen ihn Leute um Hilfe an, die in Armut und Chancenlosigkeit hineingeboren wurden oder keine Rechte und Papiere besitzen.
Aber St. Cargo wird teilweise auch als Sklavenheiliger verehrt, sei es von den Nachfahren afrikanischer Sklaven (z. B. in Brasilien, siehe Candomblé-Kult) oder von Zwangsprostituierten aus Ost-Europa. Hierbei steht der Aspekt von St. Cargo als menschgewordener Fracht im Vordergrund.
Nicht zuletzt hat Sankt Cargo aber ebenfalls eine wachsende Anhängerschaft bei den Reichen und Politikern in den Industriestaaten und ehemaligen Kolonialmächten. Aus schlechtem Gewissen und Angst vor der Mißgunst des Heiligen, schicken Sie zu seiner Besänftigung Öltanker und andere wertvolle Containerschiffe als Opfergaben an die Küsten ausgeplünderter Ex-Kolonien.
Generell erbitten sich die Anhänger von Sankt Cargo freie Warenströme und ausreichende Versorgung, was sich auch in folgendem Ausspruch widerspiegelt:
“Da hilft auch kein Embargo,
Es kommt gefahr’n Sankt Cargo!”
Auf Darstellungen erkennt man den Heiligen an Attributen wie z. B. Floss, Enterhaken, Pilgermuschel, Pass und NATO-Stacheldraht, aber auch an lächerlichen Beigaben wie einer übergroßen Plastikbrille. Letztere verweist auf eine beliebte Zeremonie neu eingetroffener Cargo-Pilgerer, welche gerade von den europäischen Ureinwohnern häufig völlig missverstanden wird. Wenn die Migranten vor Sehenswürdigkeiten und in Parks Souvenirs, Drogen und Repliken von Statussymbolen günstig verkaufen, so dient das nämlich nicht ihrem Lebensunterhalt. Indem sie klaglos und in frommer Bescheidenheit unqualifizierte Tätigkeiten verrichten, wollen sie viel mehr Sankt Cargo gnädig stimmen, auf dass er ihnen möglichst bald Arbeit überantworte, die ihren Möglichkeiten und Talenten entspreche.
Der Legende nach versuchte Sankt Cargo an Bord eines überfüllten Flüchtlingsbootes (einem sogenannten Seelenverkäufer) von Nordafrika nach Europa überzusetzen. Als das Schiff kurz vor der italienischen Insel Lampedusa von der EU-Grenzschutztruppe Frontex abgefangen und zur Rückkehr aufs offene Meer gezwungen wurde, kenterte es tragischerweise. Sankt Cargo schaffte es zwar, alle seine Mitreisenden zu retten, ertrank dabei aber selbst.
Als Gedenktag gilt der 3. Oktober, welcher gleichzeitig das Jubiläum von Frontex und der Tag der Deutschen Einheit ist. Die Beliebtheit des Heiligen wird in folgendem Gebetsspruch deutlich:
„Sankt Cargo, schütze mich mit Deiner Hand,
auf der Reise ins gelobte Land!“










