
| Status: | Heilige (Büßerin und Märtyrerin) |
| Gedenktag: | 22. April |
| Patronat: | Patronin der Umweltschützer, der Sonnenanbeter und Pauschaltouristen, der Freunde und Feinde der Energiesparlampe, der Küstenbewohner und Inselstaaten, der Malediven, Niederlande, Bangladesch, Miami und Venedig, für Nachhaltigkeit, gegen Klimawandel und Anstieg des Meeresspiegels |
| Attribute: | Sonnenbrille, verwelkter Palmwedel, Bikini-Schatten, tief im Wasser stehend, Solarmodule |
| Redensart: | „Santa Therma erhör’ unser Beten! Schenke uns einen neuen Planeten!“ |
anta Therma ist die Klimawandel-Heilige und Patronin der Küstenbewohner und Inselstaaten, der Stromsparer und Ressourcen-Schoner, aber auch der Billigurlauber und Pauschaltouristen, der Gesalbten und Eingeölten, der an Hautkrebs Erkrankten und der Eisbären. Sie soll gegen Plastikschrott, Ölkatastrophen und atomare Unfälle helfen und für ausreichend Trinkwasser und alternative Energien sorgen.
Weltweit bitten sie z. B. Vielflieger, Heizpilz-Aufsteller und Müll-Mafiosi um die Vergebung ihrer Umweltsünden. Und während ihr die Menschen in kühleren Ländern ihre heimlichen Gelüste nach ein wenig Erderwärmung beichten, erflehen sich die Bewohner von Insel- oder Küstenregionen (wie den Malediven oder Miami) Schutz vor dem steigenden Meeresspiegel.
Die Anhänger Santa Thermas werden immer zahlreicher und ihre Ziele ambitionierter. Zu Ehren der Heiligen werden sogar riesige, staatenübergreifende Messen abgehalten, sogenannte Klimakonferenzen, die einem altbewährten Protokoll folgen und nach mehrtägigen, himmlischen Chorälen stets mit der Generalabsolution sämtlicher Teilnehmer enden.
Ungläubige verspotten diese Gottesdienste nur allzu gerne: Solange bloß der Erde und nicht dem Himmel eine Höllenhitze drohe, sei von ganz oben eh keine Hilfe zu erwarten.
Santa Therma wird häufig im Wasser stehend dargestellt mit Sonnenbrille, Bikini-Schatten und verwelktem Palmwedel. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Doppelbildnisse der Heiligen mit Sankt Cargo. Gemeinsam sind die beiden die Patrone der Klimaflüchtlinge.
Der Legende nach war Santa Therma die reiche und konsumfreudige Frau eines Erdöl-Magnaten. Nachdem ihr Privatjet bei einem Kurztrip nach Dubai irgendwo über dem indischen Ozean abstürzte, galt sie als verschollen. Erst Jahre später erfuhr man durch eine Flaschenpost von ihr, dass sie sich auf eine kleine Insel hatte retten können, die jedoch allmählich vom Meer überspült wurde. Fern ab von der Zivilisation und im Angesicht ihres Todes, begann Santa Therma ihr Leben bitter zu bereuen und schrieb eine erschütternde Bußschrift, in der sie die kollektive Klimaschuld auf sich nahm. Diese Selbstanklage wurde posthum als Buch veröffentlicht mit dem Titel “Die salzigen Tränen der Erde”. Es entwickelte sich weltweit zum Bestseller und soll demnächst mit Tilda Swinton in der Hauptrolle verfilmt werden.
Heidnische Kritiker werden indes nicht müde zu behaupten, die Heilige und ihr Schicksal seien bloß für eine virale Öko-Kampagne erfunden worden, um die Energiewende zu propagieren.
Der Gedenktag von Santa Therma am 22. April ist gleichzeitig auch der internationale Tag der Erde und das Datum, an dem eine BP-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko versank. Wie sehr sich fromme Christen darum sorgen, dass sie, aber auch ihre Kinder und Kindeskinder einen Ort zum Leben haben werden, zeigt sich in folgendem Ausspruch:
„Santa Therma erhör’ unser Beten!
Schenke uns einen neuen Planeten!“










